Mixed Media:
Linolschnitt, Tusche,
Farbstift, Fineliner

Digitale Collage

Rosa Rot ist eine Auseinandersetzung mit dem Menschsein, in der abstrakte und überwältigende Gefühle visualisiert und grafisch erforscht werden. Weil man in Krisen schon mal vergisst, worauf es eigentlich ankommt – auf die Verbindung zu anderen und die Kraft, die im Austausch liegt.

Jeder von uns wird von einem Hunger angetrieben – einem Hunger nach Erfolg, Glück, Liebe oder Gerechtigkeit. Egal, was Dich motiviert: Dieser unbändige Appetit gibt Dir die Energie, Deine Ziele zu verfolgen. Doch was passiert, wenn dieser Hunger verschwindet und sich das Gefühl von Liebe in Übelkeit verwandelt?


Rosa Rot besteht aus 10 Abschnitten, die verschiedene Facetten eines emotionalen Ausnahmezustandes visualisieren. Jeder Abschnitt beginnt mit einem Songzitat oder einem Text, der die Situation beschreibt. Es wird erforscht, wie sich das Innerste nach und nach durch verschiedene Verarbeitungsprozesse transformiert.


Die Zielgruppe sind junge Menschen zwischen 15 und 23 Jahren, die zum ersten Mal ihr eigenes Leben in die Hand nehmen – und dabei mit all den Herausforderungen konfrontiert werden, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Der Druck, Entscheidungen alleine zu treffen, das Gefühl der Überforderung oder ständige Unsicherheit. Rosa Rot richtet sich an alle, die mit Veränderung, Verlust oder inneren Kämpfen zu tun haben und sich darin ein Stück weit wiederfinden.

Der Star dieses Buches ist der Tausendfüßler, der sich wie ein roter Faden durch die Linolschnitte schlängelt. Er verkörpert die physischen Symptome, die kleinere oder größere Krisen begleiten – das Kribbeln unter der Haut, die Unruhe, das Gefühl, dass etwas Fremdes in einem wuchert. Er ist parasitär, einnehmend und lässt sich nicht einfach abschütteln. Doch der Tausendfüßler muss nicht zerstört werden. Er ist kein Feind, sondern ein Bote. Er weist auf ein Problem hin, auf ein neues Gefühl, das sich nicht sofort greifen lässt – vielleicht, weil man ihm zum ersten Mal begegnet. Er ist kein Antagonist, sondern ein Echo des Inneren, eine sichtbare Spur dessen, was in uns vorgeht.

© Leonie Lucia Hogefeld 2026